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Mein kleiner BPT Bremen Review

Das Wochenende in Bremen ist durchaus als erfolgreich zu betrachten. Nach dem katastrophalen Bundestagswahlergebnis verharrt die Partei seitdem in Schockstarre. Der Bundesparteitag (BPT) in Bremen bot die Möglichkeit, diese zu lösen, und ich habe durchaus das Gefühl, dass das klappen kann.
Die Rahmenbedingungen um den Parteitag werden immer professioneller. Abzüge gab es bei Ton, Essen und Beamerbild, aber zumindest die letzten beiden Punkte sind marginal. Das mit dem Ton ist aber schon ein wichtiger Punkt, da es schwer war, einigen ungeübten Rednern zu folgen. Viele bücken sich oder sprechen nach oben, um das Mikrofon zu erreichen und verzerren ihre sowieso schon nervöse Stimme zusätzlich. Hört sich unwichtig an, aber für den Zuhörer wird das nach kurzer Zeit anstrengend, da man es ja verstehen will. Ich glaube, dass wir dringend eine Anleitung zum sprechen am Mikrofon benötigen.
Jetzt aber zu dem Thema, warum wir alle überhaupt nach Bremen gefahren waren – die Wahl des neue Bundesvorstands.
Ob der neue Vorstand gut oder schlecht ist, vermag ich nicht zu sagen, aber ich gebe ihm eine echte Chance. Ich werde nicht gegen die Leute ranten, sondern sie unterstützen, wo ich kann, um das Projekt “Piraten” durch die aktuelle, schwierige Phase zu bringen. Es wurde Gutes und Schlechtes über die einzelnen Menschen im neuen Bundesvorstand (BuVo) gesagt.
Ich habe das zur Kenntnis genommen und versuche, mich davon nicht allzu stark beeinflussen zu lassen. Darum äußere ich mich jetzt auch nicht zu einzelnen Positionen im BuVo. Wir wollen andere Politik machen. Das fängt vor allem mit einem Menschenbild an – mein Menschenbild ist vom gegenseitigen Respekt im Umgang untereinander geprägt. Wenn wir es schaffen, uns gegenseitig mehr Respekt entgegenzubringen, dann wird vieles von ganz alleine wieder laufen. Das Beste ist, es bei sich selbst auszuprobieren, und das werde ich ab sofort tun.
In Bremen haben viele dies schon probiert, und es gab eigentlich wenige Ausfälle. Diese wenigen Ausfälle haben uns aber leider wieder viel Zeit gekostet. Mit GO- und TO-Schlachten kann man keine Positionen erarbeiten, keine Wähler überzeugen und erst recht keine Wahlen gewinnen. Der Vorstand hat einen fairen Umgang und eine gute Fehlerkultur verdient, auch wenn der Anfang von Fehlern geprägt sein wird, da aus dem alten Vorstand niemand mehr da ist, um die Neuen anzuleiten. Vielleicht ist das aber auch gut 
Wir brauchen bei den nächsten Parteitagen ein Plugin für die Versammlungsleitung. Jemanden, der sich im Voraus um Vorträge/Reden kümmert, die Vortragenden zusammen hält und entstehende Pausen sofort füllt. Wenn die Reden halbwegs gut sind, kann erst gar nicht das Gefühl eines Leerlaufs entstehen.
Ich fände es gut, wenn die TO vorher festgezurrt würde, und dann die endlosen nervigen Diskussionen darüber aufhören würden. Es wird aber schwer sein, die Leute, die  wochenlang nichts tun und dann in letzter Minute mit einer eigenen TO um die Ecke kommen, davon zu überzeugen, dass “gemeinsam” allen hilft. Wir hätten gestern das halbe Europawahlprogramm schaffen können, wenn nicht über „nichts“ diskutiert worden wäre.
Zu erwähnen wäre noch die Rede von Norbert Hense
Als er auf die Bühne gekommen war, dachte ich nur „oh nein – jetzt ist fremdschämen angesagt“. Ich habe schon eine Rede von Norbert gehört (ich glaube, das war in Offenbach), die bestand zum großen Teil aus schreien und wirkte völlig konfus. Aber man soll jedem Menschen mindestens zwei Chancen geben. Die Rede war wirklich gut und rund. Die Halle war begeistert, und mehr von solchen Reden hätte ich mir für meine eigene Motivation gewünscht: Die wichtigen Punkte kurz zusammengefasst, und das ganze super präsentiert.
Hut ab, Norbert!

 

kleiner Nachtrag: hier ein paar Artikel über den Parteitag – nicht schmeichelhaft, aber damit müssen wir leben.
Sie zeigen aber deutlich auf, woran wir arbeiten müssen.

Süddeutsche Zeitung

DRadioWissen

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